Der Kinobesuch der alten Dame

Im Foyer des einzigen Kinos der Stadt hatte sich versammelt, was in Lügeln Rang und Namen hatte. Als ich ankam, war der Champagner-Empfang bereits in vollem Gange. Ich ging zur Moët-Bar, wie ein wuchtiges Werbeschild verhieß. Dort hatte man versucht der Theke, an der sonst weniger edle Tropfen kredenzt wurden, einen würdigen Anstrich zu verleihen. Großzügig mit königsblauem Samtstoff drapiert offenbarte sich nur an den Enden, wo der Stoff knapp geworden war, ihr profanes Wesen: Die mit Fingerabdrücken verschmierte Glasoberfläche der Theke lugte hervor und gab den Blick auf vollgestopfte Popcorn-Tüten frei.

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